7. September 2010

Das gibt es noch?

Posted in Second Life um 12:57 von SarahAndrea Royce


Vor einiger Zeit bin ich in einem Chat auf eine Bekannte gestossen, die erzählte, dass sie Online sehr viel Zeit in Second Life verbringt. Mein erster Gedanke war: “Das gibt es noch?”. Second Life gibt es nun seit etwa 7 Jahren und 2007 entdeckten die Populärmedien das “Grid” und es kam zu einem gewaltigen Hype. Auch ich sah mir das damals kurz an, erstellte ein Account, und kam dann nie über die “Begrüssungsinsel” hinaus. Aus den Augen aus dem Sinn.

Jetzt hatte mich aber doch die Neugier gepackt, was macht man in Second Life, was gibt es da? Was ich mir zusammenreimte, war es letztlich sowas wie ein “gezuckerter Chat”. Statt einfach nur Textnachrichten auszutauschen, tat man das mit einem repräsentierenden Avatar in einer 3D Umgebung. Ich ging dann noch ein wenig durch das Internet auf der Suche nach der Antwort. Der Antwort auf die Frage, “Was macht man eigentlich in Second Life?”.

Ich stiess auf ein Blog, dass ein paar Empfehlungen abgab, allen voran Tanzen und dabei Chatten und Leute kennenlernen.

Nun ja, Chatten war ja auch irgendwie meine Idee und da ich in letzter Zeit fast nur in themenspeziefischen Chats und Foren unterwegs war, deren Diskussionen sich nicht selten im Kreis drehten. Ich wollte was neutrales, und da bot sich Second Life doch an?

Also ging ich ein weiteres mal durch den Anmeldeprozess mit der festen Absicht, nicht auf der Anfangsinsel hängen zu bleiben. Also Namen gewählt, Papagei geküsst und dann die Suche benutzt. Meine feste Absicht war es, eine Community zu finden, in der sich Leute aus der Real Life Nähe aufhalten. Leider war aber die Schweiz nur sehr enttäuschend vertreten. Die ETH Zürich hatte eine virtuele Präsenz, etwas das sich Basel nannte, gab es auch, nur hatte das nicht viel mehr mit Basel gemeinsam, als dass es da einen Zoo gab, und so suchte ich die deutschen Städte.

Ich besuchte New Berlin, Köln, die auch in SL ganz stolz auf ihren Dom sind, aber hängen geblieben bin ich in München. Vielleicht auch deshalb, weil ich dort auf eine Gruppe von Menschen traf, die “Party machten” – sprich, sie Tanzten, chatteten und mehr. Dort fand ich auch recht schnell hilfe bei den weiteren Details, die Second life mit seiner hohen Lernkurve bietet. Zum Beispiel schenkte mir eine der Anwesenden eine ganze Sammlung Haare(*) und eine sehr schöne Haut(*). Den mir ähnlicher gestalteten Avatar musste ich dafür leider noch einmal verändern. aber ich habe noch ein paar wesentliche Merkmale von mir übernommen. Tiefliegende Augen, hoher Abstand zwischen Mund und Nase z.B. Gerade letzteres ist spannend, weil mein Avatar nun ähnliche Probleme hat wie ich im realen Leben. Lächelt sie, wirkt es gekünstelt,und sie wirkt immer ein wenig schlecht gelaunt auf andere. Grössere Unterschiede sind aber:Sie ist schlang, hat schmale Schultern, einen dunklen Taint und Schwarze Haare. Ich würde sie am ehesten ein wenig nach Ägyptischer Herkunft verorten, trotzdem könnte sie meine jüngere, hübsche Schwester sein.

Vor lauter Lichteffekten sieht man die beiden Tänzer kaum noch. Vermutlich mussste in München ein Kraftwerk wegen Überlastung schliessen.

In München verbrachte ich dann auch tatsächlich viel Zeit, lernte die dortigen Stammbesucher kennen, begrüsste andere Neuankömmlinge – und hatte den ein oder anderen Flirt.


Hier beim Flirten und Schaukeln in einem Park in Steelhead Shanghai, einer Steampunk(*) Welt

Wer mich kennt, weis aber, dass mich das alleine Wohl nicht lange genug gehalten hätte. Wissensdurstig wie ich bin, geht es im nächsten Blogeintrag dann um das Thema Wirtschaft und Second Life, zu dem ja der Hype 2007 grosse Erwartungen geweckt hat.

Und derweil fragen mich viele, wenn ich ihnen von Second Life berichte: „Was, das gibts noch?“

Erklärungen:
Die Körperform (Shape) kann sehr individuell eingestellt werden, darüber wird eine Haut (Skin) gelegt, die bei besonders gelungenen Versionen meist von Fotos einer realen Person generiert werden. Die Shapes bieten auch Einstellmöglichkeiten für Haare, aber die daraus resultierenden Frisuren stellen die wenigsten zufrieden, und so gibt es ein reichhaltiges Angebot an „Perücken“.
Steampunk ist etwas schwerer zu erklären, auch darauf werde ich in einem späteren Post eingehen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: