8. September 2010

»Entspannen Sie sich. Ich werde Ihnen erklären, wie man reich wird.«

Posted in Second Life um 22:26 von SarahAndrea Royce


McCain in Eine Billion Dollar von Andreas Eschbach

Im Buch erklärt McCain der Hauptfigur die Hierarchie des Verdienens.

(1) Ganz am Anfang steht die „ehrliche Arbeit“.

(2) Etwas mehr verdienen die Facharbeiter, meist Dienstleister

Während ein Facharbeiter schon ganz gut verdienen kann, zum Beispiel wie ich in der Softwareentwicklung, kann er doch immer nur die eigene Arbeitskraft zu Markte tragen, und die eigene Zeit ist begrenzt.

(3) Diese Grenze durchbricht, wer Handel betreibt. Der Gewinn entsteht nicht mehr direkt durch die Arbeit, sondern durch die Marge und die Menge des Warenumschlags, und ist nicht direkt abhängig von der eigenen Arbeitszeit.

(4) Dennoch ist es noch immer nötig, eigene Arbeitsleistung einzubringen, es sei denn eine Person wird zum Unternehmer und bezahlt andere dafür, Arbeitsleistung zu erbringen.

Doch die wirkliche Freiheit, das leistungslose Einkommen, erziehlt nur wer
(5) Direkt mit Kapital handelt.

Als 2007 der Grosse Hype um Second Life war, wurde auch die Möglichkeit hochgelobt, in Second Life Geld zu verdienen. Es gibt eine eigene Währung, den Linden Dollar, der vor und zurück in andere Währungen getauscht werden kann, zu einem flexiblen Wechselkurs.

Viele Firmen sprangen dann auf den Zug auf, mussten unbedingt etwas in SL tun. Ob eine Werbetafel mit Link auf die Firmenhomepage oder virtuelle Verkaufsstände, alles wurde versucht. Und alles scheiterte. Woran? Im Gegensatz zu den schön präsentierten Zahlen gibt es bei weitem nicht genügend Bewohner. Seit 2007 hat es ungefähr doppelt so viele Benutzer, dennoch sind pro Tag nur etwa 50.000 bis 80.000 Bewohner angemeldet. Keine grosse Zielgruppe für reine Werbemassnahmen. Allerdings bedeutete ein Engagement in Second Life in dieser Zeit oft grosszügige Presseberichte.

Dennoch gibt es so eine Art Wirtschaftssystem und nicht Wenige holen aus Second Life ein kleines Nebeneinkommen. Ganz Wenige beziehen ihr Haupteinkommen daraus und ganz wenige, maximal Zehn, sind sogar wohlhabend geworden. Und bei den Einkommensmöglichkeiten dort zeigt sich McCains Hierarchie.

(1) Ganz unten stehen die ungelernten Arbeiten: Sitzen (Leute locken Leute an), Rollen wie Musiker oder Security spielen usw.
(2) Wer etwas länger im Spiel ist, und gute Erfahrungen hat, kann als Modell und vor allem im Dance und Escort Bereich etwas verdienen.
Aber all dies reicht eigentlich nur für lächerliche Einkommensbeträge, die meist noch im Centbereich sind, selbst da, wo „Escort“ zum Beispiel in Form von Voice in direkter Konkurrenz zum Reallife steht, mündet es nicht in vergleichbaren Einkommen. Dennoch gibt es einige, die sich mit dieser Facharbeit immerhin die Miete für ein wenig eigenes Land finanzieren.

(3) Handel zu betreiben ist Aufgrund der Inworld Regeln fast immer nur mit eigenen Produkten möglich, auch wenn einige sogenannte Vendoren erstellen, mit denen man Fremde Produkte in einem eigenen Laden (ein gemietetes Stück Land) anbieten, die eine Provision bei Kauf an den Besitzer weitergeben. Allerdings ist es Möglich, eigene Produkte im Onlineshop des Anbieters von Secondlife, XStreet einzustellen, ohne dass man Inworld (also in der virtuellen 3D Welt) einen eigenen Laden hat.

Allerdings unterscheidet sich der Handel mit eigenen Produkten hier etwas von seinem Realworld-Equivalent, weil man im Normalfall ein einmal erstelltes Produkt unendlich oft verkaufen lässt. Nicht Wenige haben sich so ein gutes Nebeneinkommen gesichert, auch wenn der Aufwandt meist dennoch nicht in einem wirklichen Verhältnis zur investierten Arbeitszeit steht. Es muss schon Leidenschaft für das Gestalten und Bauen dabei sein.

(4) Hier ist die Sache fast etwas umgekehrt, Unternehmer, also, Menschen die andere für sich arbeiten lassen, die Arbeitgeber für (1) und (2) also, verdienen selten viel. Das sind zum Beispiel Klubbetreiber oder Ladenbesitzer.

Wer „Inworld“ wirklich nennenswertes Geld verdienen will, muss mit Kapital handeln. In Form von Land oder Geld direkt. Und da findet man dann auch die wenigen „Berühmtheiten“, die so gerne als Vorzeigeerfolg genannt werden. Allen voran Anshe Chung.


Nachdem ich das alles so mal angeschaut hatte, merkte ich, dass (1) und (2) wirklich Unsinnig sind. Viele sehen Second Life als ein Spiel, und wenn sich doch der Wunsch einstellt, zu etwas Geld zu kommen (das eigentlich nur für sehr wenig Benötigt wird und man auch ganz gut ohne auskommen kann) arbeitet man Anfangs Stunden für umgerechnete Pfennigbeträge. Einmal die Gedankengrenze überwunden und Geld in Second Life eingezahlt, ist es allerdings wie im Real Life und man kann mit dem Geld, dass in SL selbst dann ungleich mehr Wert zu sein scheint, in Richtung der Investitionen erfordernden Einnahmequellen gehen. Und obwohl mir klar ist, dass es sich Finanziell kaum auszahlen wird, habe ich angefangen, Produkte herzustellen und über XStreet zu verkaufen. Zum Beispiel das Haar, dass ich oben Links trage oder Kleidung im unteren Bild, beides inspiert dirch die Nickelodeon Zeichentrickserie „Avatar, die Legende von Aang“. Doch dazu ein andermal mehr. Wer sich die Produkte „im Handel“ ansehen will, findet hier mein XStreet Händlerprofil:

https://www.xstreetsl.com/modules.php?name=Marketplace&MerchantID=915378

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