1. Juli 2011

Google+ oder, ich habs befürchtet.

Posted in Politik um 12:51 von SarahAndrea Royce


Kaum ist Google+ verfügbar, stürzt sich alle Welt darauf. Einerseits bietet es eine gute Oberfläche, anderseits hat Facebook schon reichlich Leute verärgert mit laschem Datenschutz, strengen Verwertungspolicen und nicht zuletzt auch immer wieder Fehlerhafter Oberfläche.

Vertraue ich Google noch weniger als Facebook? Das ist gar nicht das Problem, ich traue beiden nicht sonderlich weit. Das Problem ist, dass Google jetzt schon Profildaten aus anderen, Google zugänglichen Quellen (und das sind so einige) auswertet, daraus ein Interessenprofil erstellt und z.B. Suchergebnisse diesen Anpasst.

Wer über Google etwas sucht, findet nur was er gerne Lesen, Hören, Sehen will, nicht was er Lesen, Hören, Sehen sollte. Es spiegelt gewissermassen eine heile Welt vor.

Also wird bereits jetzt Missbrauch mit den Daten betrieben, ganz ohne dass sie an andere Quellen weitergegeben werden, die man nicht so ganz im Sinne hatte, als man seine  virtuellen Spuren hinterliess. Speise ich Google+ mit den selben Daten wie Facebook, wird der Filter, den Google für mich aufbaut, immer enger. Und wie eng er bereits ist, konnte ich kürzlich feststellen, als ich mich mit einem Ausländer in Englisch unterhielt und er mir eine technische Frage zu einem meiner früheren Handys gestellt hatte. Statt dem gesuchten englischsprachigem Datenblatt bekam ich lauter deutschsprachige Testberichte zu dem Handy (das nebenbei bemerkt schon Jahrelang nicht mehr im Handel sein dürfte).

Ist das Zentrum meiner sozialen Netzaktivitäten bei Facebook, ist das ein anderer Datenpool, es wäre zwar für Google möglich diese Daten in Kontext zu ihren bisherigen zu bringen, aber nur mit einem hohen Aufwandt, der sich derzeit wohl eher nicht lohnt, wenn ich aber Google+ nutze, tut Google genau dass, was es am besten kann: Daten in Beziehung setzen und Auswerten – und nutzen.

Wenn ich im Internet nicht mehr die Informationen finde, an die ich nicht denke, oder die mir vielleicht unangemehm sind, laufe ich Blind durch die Gegend. Ein Ausweichen auf öffentliche Medien macht wenig Sinn, denn Recherche gibt es heute kaum noch, wer auch immer genügend öffentliches Interesse geniesst, steuert die Berichterstattung mit Pressemitteilung, die dann nur noch von der Redaktion „aufgehübscht“ wird. Meinungsneutral waren die öffentlichen Medien noch nie, gerade auch deshalb sind ja Blogs und ähnliche so erfolgreich. Da wurde schon so manche Medienente aufgedeckt. Wie zum Beispiel diese hier: http://badhairdaysandmore.blogspot.com/2010/06/vollig-verruckte-berichterstattung-dank.html

Ich empfinde das als eine sehr negative Entwicklung. Und Bing, die Suchmaschine von Microsoft, wollte ich eigentlich nicht benutzen (Google war nun mal gut) aber das bleibt wohl der letzte Ausweg.

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