22. Januar 2011

Meine 5 liebsten Autoverfolgungsjagden

Posted in Filme, Gesellschaft um 17:03 von SarahAndrea Royce

Ich bin beim Surfen über ein Blog/Onlinemagazin gestolpert in der jemand seine Lieblingsschiessereien auflistet. Dabei musste ich selbst an die dämlichste Schiesserei denken… die gleichzeitig in einer meiner Lieblingsautoverfolgungsjagden statt findet. Und so entstand die Idee, warum nicht selbst einen Blogbeitrag machen, indem ich meine fünf liebsten Autoverfolgungsjagden aufliste?

Auf Platz 5:

James Bond, “In tödlicher Mission“ (For Your Eyes Only).  Carole Bouquet und Roger Moore flüchten mit einem Citroen 2CV (Ente, Döschwo) und wechseln sich am Steuer ab. Bond will erst gar nicht einsteigen, aber ich denke am Schluss könnte er das Auto küssen (er flirtet dann aber doch lieber mit Melina)

Auf Platz 4:

Noch einmal Bond, Octopussy.
Roger Moore stielt einen Alpha GTV und wird von deutschen Polizisten verfolgt – es war die erste Verfolgungsjagd, bei der zumindest die Verfolger wirklich bewiesen haben, dass sie fahren können.

Keine Sorge, damit ist der Bondteil abgeschlossen.

Auf Platz 3:

„Auf dem Highway ist die Hölle los“ (Cannonball)
Adrienne Barbeau und Tara Buckman ärgern die Highway Patrol in einem schwarzen Lamborghini Countach. Schwarz… ein Countach in Schwarz? Mit einem hässlichen Frontflügel? Aber ein wunderbarer Ton.
Über den Film und die darin vorkommenden Autos gibt es viel zu erzählen, endlose Anektoden. Aber ich beschränke mich mal auf dieses: Der Lamborghini gehörte tatsächlich dem Produzenten. Und der hässliche Frontflügel dient nicht der Aerodynamik, sondern war ein Trick um für amerikanische Zulassungsbestimmungen die Mindestfronthöhe zu erreichen. Das Auto gibt es heute noch, aber nach dem, was ich zuletzt gehört habe, braucht er dringend eine Restaurierung. Für die nachfolgenden Sequels wurde eine Eröffnungsverfolgungsjagd mit einem Lamborghini Countach zum Markenzeichen, aber es erreichte nie wieder diese Klasse. Was unter anderem vielleicht auch daran lag, dass man später nur noch mit schlechten Nachbauten drehte.

Damit ist die Aera letztlich vorbei, als man noch auf Handarbeit setzte. Die beiden Favoriten wären ohne Hilfe aus dem Computer (und anderen Tricks, die die ersten drei nicht nötig hatten) nicht möglich gewesen:

Auf Platz 2:

Will Smith und Martin Lawrence jagen in einem Ferrari 550 (und Takeweise in einem Ferrari 575, dem Nachfolger) den Bösen hinterher. Und die werfen mit nicht nur mit Blei, sondern auch mit Booten und Autos nach ihren Verfolgern. Mike Lowrey bedauert es letztlich, mit seinem eigenen Auto darin verwickelt worden zu sein, es ist wohl einer der wenigen Filme, in denen man erfährt, was hinterher die Reperatur der dabei verursachten Schäden kostet 😉

Das ist auch genau die Verfolgungsjagd, in der die dämlichste Schiesserei vorkommt. Die Verfolgten haben sich in einer Massenkarambolage verfangen, in der viele Zivilisten und auch die Schwester des einen und Freundin des anderen verwickelt sind. Und Mike Lawrey schiesst aus einem driftenden Auto mit einer Uzzi in genau diese Menge. Wenn er seine Freundin umbringen will, hätte er auch gleich auf die Verfolgungsjagd als solche Verzichten können.

Der Cannonballproduzent ist übrigens nicht alleine. Zumindest der verwendete 550 stammt aus dem Privatbesitz des Produzenten dieses Films.

Das kann man vom Auto in der Verfolgungsjagd auf Platz 1 so nicht behaupten. So ein Auto gab es in Wirklichkeit nicht, bis es nach dem Film ein Schweizer gebaut hat.

Nur noch 60 Sekunden (Gone in 60 Seconds) – Der deutsche Titel übrigens ein Beweis, dass die deutsche Marketingabteilung sich den Film nicht mal rechtzeitig selbst angesehen hat 😉
Nicolas Cage stiehlt einen seltenen Shelby 500 GT, Bj 67 – aber Eleonor hat ihren eigenen Kopf und lässt sich nicht fangen.
Als ich Eleanor in dem Film sah, war ich erstmal Baff. Ein Auto der American Iron, der Musclecar Generation – mit einer ausgezeichneten Strassenlage?
Aber obwohl diese Shelby Variante des Ford Mustangs mir bislang unbekannt war, sah ich schon am Fahrwerk, das er so unmöglich Orginal sein konnte, und im Making Of erfährt man auch, warum: Die Stuntmen haben sich geweigert, mit einem unmodifizierten Mustang zu drehen. Auch sind viele Szenen mit dem Auto doppelt so schnell abgespielt, wie in Wirklichkeit gedreht.

Aber ich hatte mein Herz schon an Eleanor verloren, und nicht nur ich. Den Mustang gabs in drei Karosserievarianten: Cabrio, Coupe und Fastback und die Fastbacks waren immer die unbeliebtesten. Bis nach dem Film, da wollte jeder einen haben. Das ging so weit, dass Ford selbst das Design des neuesten Models an dem klassischen Design der damaligen Fastbackversion und Details von Eleanor anglich.

Für den Film wurden etwa 12 verschiedene Varianten gebaut, jede hatte spezielle Vorzüge. Zwei lediglich auf Optik getrimmte Modelle überlebten. Eins behielt der Produzent, eines wurde für Werbung genutzt.

Das bedeutet, den Wagen, wie man ihn im Film sieht, gab es nicht in der Realität. Ein Schweizer war jedoch so begeistert, dass er das Filmauto exakt nachbaute, mit allen speziellen Details, bis hin zum genauen darauf achten, dass der Sound des Motors stimmt. Als er ihn vor ein paar Jahren verkaufte, war das sogar 20 min. einen Bericht wert.

Ja, die Gier nach Eleanors war so gross, das eine Miniserie ähnlicher Autos gebaut wurde, allerdings nicht von Shelby und unter dem Namen 500 GT E.

Natürlich gibt es eine Menge guter Autoverfolgungjagden und interessanterweise ist eines der Fahrzeuge, die am liebsten dafür verwendet werden, ein Mini.

Auch nicht geschafft hat es eine Filmreihe, die fast nur aus Autoverfolgungsjagden besteht: Bandit, Burt Reynolds mit seinem unvergesslichen Pontiac Firebird.

Und ich musste bei der Recherche an einen Film denken, der längst vergessen zu sein scheint. Killing Cars. Er enthält wohl die zwei kürzesten Verfolgungsjagden 😉
Jürgen Prochnow steigt nach einer missglückten Fussgängerverfolgung bei 1:10 vom Porsche Turbo auf ein Goggomobil um (1:14)

Kleiner Nachtrag: Das dürfte das Auto sein, das ich meinte. Er ist wohl nach Deutschland verkauft worden. Als sich der Erbauer davon trennte, lag der, durchaus angemessene, Preis leider beim zweifachen meines maximalen Budgets:

(mehr gibts im Youtubeprofilen von Peters Garage und GT500Eleanor)

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