26. März 2010

Ada Lovelace Tag – mit Verspätung

Posted in Gesellschaft um 14:14 von SarahAndrea Royce

Ada LovelaceJedes Jahr zum 24.3. findet der Ada Lovelace Tag statt an „dem die herausragenden Leistungen von Frauen aus Technologie und Wissenschaft gefeiert und geehrt werden sollen

Ada Lovelace war eine der vielen weiblichen Pioniere, als es um die Entwicklung von Computern ging.  Während ihr Freund Charles Babbage eine, leider nie fertig gestellte, Rechenmaschine entwickelte machte sie sich Gedanken um die Anwendungsmöglichkeiten, die fast wie eine Aufzählung dessen klingen, was wir heute, ganz Selbstverständlich, mit den Geräten machen.

Von Frauen in der Informatik gefunden via Mädchenmannschaft:
Ada Lovelaces mathematisches Verständnis zeichnete sich durch außerordentliches Vorstellungsvermögen aus. Sie war davon überzeugt, dass eine Maschine eines Tages dafür genutzt werden könne, komplexe Musikstücke zu komponieren und Graphiken zu erstellen, und sowohl wissenschaftliche wie praktische Anwendung finden werde. Sie sollte Recht behalten.“

Wenn ich bedenke, was dagegen so genannte Visionäre jüngerer Zeit so alles abgelassen haben – insbesondere Bill Gates…

Sie entwickelte dabei viele Grundlagen heutiger Programmiersprachen und ihr zu Ehren wurde eine Sprache nach ihr benannt: Ada

Allerdings wurde ihr Werk nur anerkannt, weil sie es unter geschlechtslosen Kürzel veröffentlichte. Als bekannter wurde, wer dahintersteckt und viele Intellektuelle sich pikiert fühlten, kündigte auch Babbage seine Zusammenarbeit mit ihr. Wieviel Talent wurde und wird heute noch Aufgrund dieser Engstirnigkeit verschwendet?

Und auch oft unter den Tisch gekehrt: Wer weis heute schon noch, dass unter den ersten Administratoren fast nur Frauen waren?

Lynn ConwayAb und zu kommt es dann doch noch zur Anerkennung: Lynn Conway, die bei IBM mit ihrer Arbeit die Grundlagen heutiger Prozessortechnik schaffte und später lange bei Xerox PARC, wo solche Innovationen wie Fenster basierte Interaktion und Maussteuerung Entwicklet wurden. War stellvertretende Direktorin der Darpa (wo das Internet entwickelt wurde) und und und.  Sie erhiehlt 2009 den  Computer Pioneer Award der IEEE.

Allerdings ist die Frau, für die ich in der IT fast die grösste Bewunderung habe, nicht durch solche Pionierarbeit aufgefallen:

Ich arbeitete als Software Engineer mehrere Jahre bei einem kleineren Kunden. Dort gab es eine Teilzeitangestellte, die hauptäschlich Bilder für einen Onlineshop anpasste. Sie hatte sehr früh geheiratet war Mutter zweier Töchter und war Nachbarin des Geschäftsführers – der eben eines Tages auf die Idee kam, ihr diese Stelle anzubieten. Sie ist knapp über 1.50, sehr zierlich und kann doch ihre beiden schlafenden Töchter, von denen eine schon fast so gross wie sie selbst ist, zum Auto tragen.

Mit der Zeit übernahm sie immer mehr Teilaufgaben und entwicklete viel Spass. So fing sie an Webseiten zu gestalten und früher oder später dann kam sie auch zur Programmierung… derweil trennte sie sich von ihrem Mann und war nun alleinerziehende Mutter.  Bald beschloss sie, eine richtige Ausbildung zu machen und da ich sehr begeistert von ihrer Arbeit und ihr war, legte ich bei meinem Arbeitgeber, der auch ausbildete, ein gutes Wort ein.  Trotz all der Schwierigkeiten: Kein angemessener Schulabschluss, alleinerziehende Mutter und nicht Zuletzt den Geschlechtsvorbehalten schloss sie die Ausbildung ab und ist heute in meinem damaligen beruflichen Umfeld in Deutschland eine begehrte Entwicklerin.

Ich hätte mir das nicht zugetraut.

Seit ich in der Schweiz arbeite, ist mir sehr unangehm aufgefallen, wie wenig Frauen hier in der IT arbeiten.  Bei den letzten beiden Arbeitgebern fand man Frauen, ganz zum Klischee passend, fast nur im administrativen Bürobereich. Gerade im beruflichen Umfeld wird mir das Nord-Süd Gefälle bei der Emanzipation deutlich vor Augen geführt.

Deshalb war ich begeistert, als ich von dem Verein Donna Informatica erfuhr, der sich neben dem Networking zum Ziel gesetzt hat, junge Frauen für dieses Berufsfeld zu begeistern. Ich werde versuchen,  mich selbst auch dort zu engagieren.

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Auf die Couch gelegt

Posted in Alltägliches, Sarah um 12:10 von SarahAndrea Royce

Ich habe ja vor einiger Zeit schon berichtet, dass ich meine erste, wirklich eigene Couch bestellt habe. Trotz allem ging es noch fast vier Monate, bis sie bei mir was. Das war Teils vom Anbieter, Teils von mir selbst verschuldet.

Das ich mein Wohnzimmer gewaltig umstellen müsste, war mir bereits zuvor klar. Mein Schreibtisch aus alten Zeiten, zu denen ich eigentlich fast immer mehrere Rechner und riesige Röhrenmonitore hatte, war letztlich das dominierende Möbel im Raum. Heute gibt es virtuelle Maschinen und das ganze hatte sich doch etwas gelichtet:

Schreibtisch

Doch ich hatte keine Ahnung, wie gross die Couch tatsächlich in der Realität ist. Die ursprünglich geplante Raumaufteilung musste ich schnell verwerfen… der Schreibtisch schrumpfte auf ein Drittel seiner Grösse und versteckt sich nun verschämt in einem Eck… dafür ist die Couch eigentlich keine Couch, sondern eine einzige Wohlfühllandschaft, die man am besten zu zweit geniesst.

Da meine Teilzeitmitbewohnerin mir auch beim Räumen half, liess sie es sich nicht nehmen, die Couch ausführlich zu testen und übernachtete sogar darauf .
Für das Bild musste ich sie allerdings explizit auf der Couch drapieren, was sie etwas Kamerascheu nicht ganz so gerne tat. Beinahe hätte ich sie aufgefordert: „Erzählen sie mir von ihrer Mutter!“ 😉

Couch